Das Öffentliche Bücherregal Ascheberg sieht sich in der Tradition des Öffentlichen Bücherschranks. In erster Line geht es um den Austausch von Büchern. Während normale Büchereien nur in eine Richtung funktionieren, basiert die Idee des Öffentlichen Bücherregals auf dem Prinzip von Geben und Nehmen.
Das Öffentliche Bücherregal Ascheberg ist eher eine „Büchertelefonzelle“. Denn die Bücher stehen in Regalen, die in eine alte Telefonzelle eingebaut wurden. Diese steht direkt neben Schuh Neuhaus. Herr Neuhaus hat uns freundlicherweise einen Stellplatz auf seinem Grundstück zur Verfügung gestellt, nachdem ein Stellplatz im Dorfkern auf öffentlichem Grund trotz intensiver Suche und Einbeziehen der Verwaltung nicht umgesetzt werden konnte. Haushaltswaren Dortmann bot freundlicherweise ebenfalls einen privaten Stellplatz an.
Wie es funktioniert
In einem Buchladen kann man Bücher kaufen. Man geht hinein, sucht sich Bücher aus, bezahlt und geht wieder.
In einer Bücherei kann man Bücher leihen. Man geht hinein, sucht sich Bücher aus und wenn man Mitglied ist (manchmal kostenpflichtig), dann darf man die Bücher eine gewisse Zeit lang behalten, sie lesen und muss sie dann zurückgeben. Wenn man sich verspätet kann das teuer werden 😉
Im Öffentlichen Bücherregal ist das anders. Dort stehen Bücher und die sind nicht brandneu. Sind sie aber in einer Bücherei auch nicht. Jeder kann diese Bücher nehmen und sie nach Hause tragen. Man kann sie dort lesen, sie zum Anzünden des Kamins verwenden oder endlich den wackeligen Tisch stabilisieren. Man muss sie nicht unbedingt zurückbringen! Wenn man ein Buch so sehr mag, dass man es besitzen will, dann darf man es behalten.
Aaaaber…
Aber man kann es auch wieder zurückbringen. Kann sich vielleicht in ein anderes Buch verlieben. Oder auch zwei. Man kann noch ein paar Bücher von zuhause mitbringen, die vielleicht jemand anderem gefallen. Oder man braucht derzeit gar kein Buch und spendet einfach welche von den eigenen.
Sprich, alle können mitmachen!
Jeder kann dort Bücher in die Regale stellen. Solange sie nicht auf dem Index der jugendgefährdenden Schriften stehen, bleiben sie dort stehen. So lange, bis jemand sie mitnimmt, weil sie ihm gefallen.
Gibt es eine Onlineübersicht?
Wäre das eine normale Leihbücherei, wäre der Bestand klar und würde nur unter Kontrolle wachsen oder schrumpfen. Dann könnten wir eine Übersicht der verfügbaren Bücher ins Netz stellen.
Wir hoffen aber, dass viele mitmachen. Darum werden Bücher schnell weg sein, werden vielleicht nie zurückkommen, während gleichzeitig andere Bücher auftauchen. Aus diesem Grund ist so ein Onlinekatalog unmöglich.
Stattdessen geben wir jedem Spender die Gelegenheit, hier Online in Form eines Kommentars zu schreiben, welche Bücher er abgestellt hat. Das bedeutet zwar auch keine absolute Aktualität, gibt aber einen Anhaltspunkt.
Eine weitere Kommentarseite wird „Buchkritik“ heißen. Dort kann jeder seine Meinung über ein gelesenes Buch loswerden.
Und jetzt noch ein neuzeitlich wichtiger Nachsatz
Wo immer ich von er, der Spender, jeder usw. gesprochen habe, sind natürlich auch Frauen, Kinder, Transgender und was weiß ich gemeint. Mir war es einfach nur zu blöde ständig ein „_INNEN“ bzw. „er / sie“ anzuhängen. Außerdem bin ich nicht nur Leser, sondern auch Schreibender… und das macht den Lesefluss kaputt!
M.K.